
ZWERGSPITZ?

Je kleiner, desto anfälliger—das gilt für jede gezielt klein gezüchtete Hunderasse oder Rassemischung. Der Zwergspitz (bzw. Pomeranian) soll laut VDH nur zwischen 18 und 22 cm Schulterhöhe haben. Damit wiegt er meist auch nur noch zwischen 2 und 3 kg. Mit dem ursprünglichen Deutschen Spitz hat das lange nichts mehr zu tun.
Mit der sehr geringen Größe geht eine zunehmend steigende Wahrscheinlichkeit einher, rassetypische Krankheiten zu entwickeln. Das fängt bei der Luxation der Kniescheiben (Patellaluxation) an, geht mit permanent offener Schädeldecke (offene Fontanelle) und Zahn- und Kieferfehlstellungen (Malokklusion) weiter und endet leider immer öfter auch mit BOAS (brachyzephales obstruktives Atemwegssyndrom), Wasserkopf (Hydrozephalus), erhöhten Geburtskomplikationen (Dystokie) und neurologischen Erkrankungen (Syringohydromyelie) in schwerwiegenden gesundheitlichen Einschränkungen, Schäden und Leid.
Wieso Hunderassen immer kleiner und optisch extremer gezüchtet werden ist klar: Der Mensch möchte klein, praktisch und vor allem niedlich. Wichtig ist aber lange nicht mehr das Warum, sondern das Wie: Wie schaffen wir es, dass Züchter nicht mehr so-klein-wie-möglich züchten und Käufer das auch nicht mehr kaufen möchten?
Und ja: Hier sind beide Seiten gefragt und auch in der Verantwortung. Kein Züchter hätte ständig Würfe, für die er keine Abnehmer finden würde—und kein Käufer könnte Qualzuchten erwerben, wenn es keine gäbe.
Unser Fazit
Unser erster Spitz war ein Kleinspitz mit knapp 30 cm und 7 kg und ein absoluter Traum. Im Lauf der ersten Jahre unserer Zucht haben wir sowohl mit Kleinspitzen als auch mit Zwergspitzen gezüchtet. Entsprechend konnten wir Schlüsse aus den Unterschieden der beiden Varianten des Spitzes ziehen—und eine endgültige Konsequenz für unsere Zucht.
Wird es immer schwieriger, zuchttaugliche Hunde zu finden, dann liegt das Problem bei der Rasse selbst. Als Züchter puzzeln wir quasi mit der Genetik unserer Hunde, um die bestmöglichen Verpaarungen zu planen. Wenn dabei irgendwann gesundheitliche Kompromisse eingegangen werden müssen, ist das ein eindeutiges Warnzeichen.
Wir haben uns gegen die Zucht des Zwergspitzes (bzw. Pomeranians) entschieden.
Das bedeutet: Wir werden keine Zuchthunde unter 24 cm Schulterhöhe und 3,5 kg Gewicht mehr einsetzen.
Weiter geht es bei uns nur noch mit Spitzen im Kleinspitzmaß, d. h. zwischen 25 und 30 cm Schulterhöhe und 3,5 bis 8 kg. Da unsere Zuchthunde aber nicht den regulären optischen Typ des Kleinspitzes erfüllen und wir uns gleichzeitig eine Generalüberholung für die Rasse des Zwergspitzes (bzw. Pomeranians) wünschen, fahren wir vorerst mit der Bezeichnung "größerer Pomeranian" weiter. Wir weisen auch alle Interessenten darauf hin, dass sie bei uns keinen herkömmlichen (winzigen) Zwergspitz bekommen, sondern eben einen größeren Pomeranian.
Unsere Zuchthunde erfüllen weiterhin viele der geliebten optischen und charakterlichen Eigenschaften des Pomeranians: flauschig, stämmig und umgänglich, mit kleinen Öhrchen, dicken Beinchen und einem lustigen Charakter. Gleichzeitig schauen wir weiterhin auf die genetische bzw. gesundheitliche Kompatibilität geplanter Verpaarungen.
Untersuchungen
Größe allein ist kein Garant für Gesundheit. Deshalb untersuchen wir unsere Zuchthunde weiterhin genetisch und tierärztlich vor dem ersten Zuchteinsatz. Mit allen Ergebnissen zusammen planen wir dann die bestmöglichen Verpaarungen.
Untersuchungen für unsere Zuchthunde umfassen aktuell die allgemeine tierärztliche Zuchttauglichkeitsuntersuchung, die tierärztliche Untersuchung auf Patellaluxation sowie die tierärztliche Untersuchung und Dokumentierung des Zahnstatus.
Für die Genetik-Untersuchung nutzen wir Labore wie Embark Vet und Labogen, um unsere Hunde auf alle aktuell testbaren Erbkrankheiten hin zu untersuchen (d. h. nicht nur das Rassepaket mit etwa 5 Erbkrankheiten). Zusätzlich testen wir bei allen optisch nicht-merlefarbigen Hunden noch den M-Lokus auf verstecktes Merle.
Radiologisch haben wir nun zusätzlich die Untersuchung auf CM/SM per MRT in unsere Zuchtuntersuchungen mit aufgenommen. Durchgeführt wird die Auswertung durch einen erfahrenen Tierarzt, der auf dem Gebiet der Chiari-like Malformation bzw. Syringohydromyelie bewandt ist. Die meisten unserer aktiven Zuchthunde sind bereits untersucht.
Alle Untersuchungen sind bei uns vor Ort einsehbar. Bei uns gibt es kein "Finde ich gerade nicht" oder "Hab ich woanders liegen lassen" und "Schicke ich später nach".